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Текст книги "Old Surehand I"


  • Текст добавлен: 28 августа 2016, 01:45


Автор книги: Karl May


Жанр: Зарубежная старинная литература, Зарубежная литература


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»Das wußte ich allerdings.«

»Von wem?«

»Von dir.«

»Uff! Habe ich es dir etwa gesagt?«

»Ja.«

»Wann und wo?«

»Am »blauen Wasser«.«

»Uff! Du traust Vupa Umugi eine große Menge Leichtgläubigkeit zu!«

»Das nicht. Was ich dir zutraue, ist eine noch viel größere Menge von Unvorsichtigkeit. Du bist geradezu blind und taub gewesen und hast es an allem fehlen lassen, was zur Ausführung eines Vorhabens, wie das eurige war, gehört.«

»Welches Vorhaben?«

»Diese deine Frage ist lächerlich! Winnetou, der Häuptling der Apatschen hat schon vor langer Zeit zwei Comantschenkrieger heimlich belauscht, welche davon sprachen, daß ihr nach dem Llano estacado wolltet, um Bloody-Fox zu überfallen; er ist sofort und direkt zu ihm geritten, um ihn zu warnen, und hat heimgesandt, um dreihundert Krieger kommen zu lassen, dem Fox zu helfen. Du siehst diese Krieger jetzt da draußen am Kaktus stehen.«

»Uff! Das war Winnetou; aber was wußtest du?«

»Ich erfuhr es von ihm. Während er zu Fox ritt, ging ich nach dem »blauen Wasser«, um euch zu beobachten und Old Surehand zu befreien, Es ist mir beides leichter geworden, als ich dachte. Als du mit deinen besten Kriegern nahe beim Ufer am Feuer saßest und von eurem Plane sprachst, lag ich zwischen dem Schilfe im Wasser und hörte jedes Wort.«

Er wollte einen Ruf des Grimmes ausstoßen, hielt ihn aber zurück; es kam nur eine Art von Zischen über seine Lippen. Ich fuhr fort:

»Ich nahm dich im Wasser des Sees gefangen und gab dich am nächsten Morgen frei. Du glaubtest dann, ich sei nach Westen geritten; aber ich hatte euch überlistet und kehrte nach dem Rio Pecos zurück. Da saßen die zwei Krieger, welche auf Nale-Masiuv warten und ihm die Furt zeigen sollten.

Ich belauschte sie mit Old Surehand. Während wir das thaten, kamen die zwei Boten Nale-Masiuvs, welche dir sagen sollten, daß er nicht sofort kommen könne, weil er von den weißen Reitern angegriffen und besiegt worden sei und erst heimsenden wolle, um hundert neue Krieger kommen zu lassen.«

»Uff, uff!«

»Während seine zwei Boten mit deinen beiden Kriegern sprachen und ihnen den ganzen Plan erklärten, lagen wir hinter dem nächsten Busche und hörten jedes Wort.«

»Old Shatterhand muß ein Liebling des bösen Geistes sein, der ihm die Wege des Belauschens zeigt und ihn auf denselben beschützt!«

»Pshaw! Dann sandtest du sechs Kundschafter fort. Wir belauschten sie am Wasser des Altschese-tschi, wo sie von den Apatschen getötet wurden.«

»Uff! Getötet! Darum sahen wir sie nicht wieder! Ihr werdet diesen Mord mit euerm Leben bezahlen!«

»Prahle nicht! Wie kannst du so albern sein, uns drohen zu wollen! Schiba-bigk war mit zwanzig Mann gekommen, um dir den Weg zum Bloody-Fox zu zeigen. Du gabst ihm noch dreißig Naiini mit, damit er bei den »hundert Bäumen« Pfähle schneiden und euch durch sie den Weg zeigen solle. Ich wußte das, war noch eher im Llano als er, umringte ihn mit unsern dreihundert Apatschen und nahm ihn gefangen.«

»Uff! Leistete er Widerstand?«

»Ebensowenig, wie du welchen leisten wirst.«

»Schweig! Wir werden kämpfen!«

»Warte es ab! Als wir ihn festhatten, ritten wir wieder nach den »hundert Bäumen«. Wir entfernten die Pfähle, die er gesteckt hatte, und Winnetou steckte sie in der Richtung nach hier ein, um euch in dieses große Kaktusfeld zu leiten. Ihr hattet also ihn vor euch, nicht Schiba-bigk.«

»Uff!«

»Ich blieb in der Nähe der »hundert Bäume«, um auf dich zu warten. Du kamst am Abend und zogst am Morgen weiter.«

»Aber du weißt nicht, was für einen guten Fang wir dort gemacht haben!«

»Pshaw, den alten Wabble! Als er mit seinem Pferde zu dir gebracht wurde, steckte ich mit Old Surehand nur vier Schritte von dir entfernt im Gebüsch und hörte wieder jedes Wort. Jetzt hast du gehört, woher ich alles weiß, nämlich von dir selbst. Früh rittet ihr fort, euerm Verderben entgegen, weil ihr an die Pfähle glaubtet, die doch das Werk Winnetous waren. Wir aber blieben dort, um auf die weißen Reiter zu warten. Sie kamen und wir warnten sie. Als sie hörten, daß sie, anstatt euch zu verfolgen, selbst die Verfolgten seien, waren sie augenblicklich bereit, sich mit uns gegen Nale-Masiuv zu vereinigen. Wir versteckten uns, und als er nach den »hundert Bäumen« kam, wurde er umzingelt.«

»Aber er hat sich gewehrt?«

»Nein.«

»Uff! Er muß gekämpft haben, denn er ist kein Feigling!«

»Aber hinterlistig ist er. Ich ließ ihn zu einer Beratung auffordern, zu welcher keine Waffen mitgebracht werden durften. Er kam und hatte ein Messer bei sich versteckt. Während ich mit ihm sprach, ergriff er es, um mich zu erstechen; da schlug ich ihn nieder und nahm ihn gefangen. Er mußte einsehen, daß er verloren sei. Dazu nahm ich ihm seine Medizin und drohte, sie zu verbrennen, ihn aufzuhängen und ihm die Skalplocke zu rauben. Da bat er mich um Gnade, und ich gewährte sie ihm. Er wurde mit seinen Kriegern gefangen und gefesselt.«

»Wo ist er jetzt?«

»Die weißen Reiter sind mit ihm über den Rio Pecos hinüber, wo er freigelassen wird, denn ich habe ihm und seinen Kriegern das Leben geschenkt; aber ihre Pferde und Waffen müssen sie hergeben.«

»Uff, uff, weil du ihm die Medizin genommen hast, sonst hätte er sich nicht ergeben!«

»Du wirst dich ebenso ergeben, wie er!«

»Nein!«

»Denn ich werde dir deine Medizin auch nehmen!«

Da ging ein schadenfrohes Lachen über sein Gesicht, und er antwortete:

»Du kannst sie mir nicht nehmen.«

»Warum?«

»Weil ich sie nicht bei mir habe. Vupa Umugi besitzt nicht nur eine Medizin, sondern mehrere; aber er ist so klug, sie niemals mit in den Kampf zu nehmen, wo er sie leicht verlieren kann. Du bekommst sie nicht!«

»Ich habe gesagt, daß ich sie dir nehme, und was Old Shatterhand sagt, ist immer wahr; du wirst‘s erfahren. Nun weiter! Wir hatten es nun nur noch mit dir zu thun, füllten viele Schläuche mit Wasser und ritten hinter dir her. Du nennst dich klug, bist aber doch so dumm gewesen, Winnetou hierher zu folgen, ohne zu bemerken, daß du nicht Schiba-bigk vor dir hattest. Jetzt steckt ihr in der Falle, von drei Seiten vom Kaktus umgeben und auf der vierten die Apatschen. Willst du kämpfen?«

»Ja,«

»Versuche es doch! Aber ich weiß, daß du es nicht thust. Selbst wenn ihr Sieger würdet, müßtet ihr verschmachten, weil ihr kein Wasser habt; aber der Sieg ist für euch ganz unmöglich. Schau dich um! Ihr habt keinen Platz, euch auszubreiten, und seid so eingeengt, daß jede Kugel von uns mehrere Krieger von euch treffen muß. Wir haben Wasser, ihr habt keins. Wir selbst und unsre Pferde sind frisch und munter; ihr aber dürstet und eure Tiere sind zum Umfallen ermattet. Ueberlege dir das wohl!«

»Wir werden dennoch kämpfen!«

»Nein. Du bist unvorsichtig, aber wahnwitzig bist du nicht.«

Er senkte den Kopf und schwieg. Es verging eine lange Zeit, ohne daß er ein Wort sagte; dann fragte er in gepreßtem Tone:

»Was würdet ihr über uns bestimmen, wenn wir uns euch auslieferten?«

»Wir würden euch das Leben schenken.«

»Sonst nichts?«

»Nein.«

»Ohne Pferde und Gewehre sind wir nichts; wir können sie nicht hergeben.«

»Ihr werdet sie dennoch hergeben, wenn wir sie verlangen. Wenn wir euch das Leben lassen, ist es mehr Gnade als genug. Wäret ihr die Sieger, würde es keine Gnade für uns geben, sondern wir müßten alle am Marterpfahle sterben.«

Er ballte grimmig die Hände zusammen und rief aus:

»Daß dich der böse Geist an das »blaue Wasser« führte! Wäre das nicht geschehen, so hätte der Plan, den wir faßten, gelingen müssen!«

»Das ist wahr, und darum denke ich, daß es nicht ein böser, sondern ein guter Geist gewesen ist, der mich nach dem »blauen Wasser« geführt hat. Ihr habt keine Hoffnung, uns zu entkommen. Wenn ihr euch nicht ergebt, so seid ihr verloren. Das mußt du einsehen.«

»Nein, ich sehe es nicht ein!« »So ist deine Seele von dir gewichen!«

»Ich habe sie noch. Denke daran, daß der Indianertöter unser Gefangener ist, den ihr Old Wabble nennt!«

»Was geht der uns an?«

»Etwa nichts?«

»Gar nichts!«

»Er ist ein Geisel in unsern Händen!«

»Pshaw!«

»Und muß sterben, wenn ihr einem von uns etwas thut!«

»Mag er sterben! Er ist in deine Hände gefallen, weil er mir ungehorsam war, und wer mir nicht gehorcht, an dem habe ich keinen Teil; er hat sich von mir losgesagt.«

»So bist du damit einverstanden, daß er stirbt?«

»Nein.«

»Du hast das aber soeben gesagt!«

»So hast du mich falsch verstanden. Ich meine nur, daß ich kein Opfer bringen werde, um ihn zu retten; tötet ihr ihn aber, so werde ich ihn blutig rächen; darauf kannst du dich verlassen. Jetzt bin ich fertig und habe dir nichts mehr zu sagen.«

Ich stand auf, und Winnetou folgte meinem Beispiele. Die beiden Comantschen erhoben sich auch. Apanatschka richtete sein Auge mit einem ganz eigentümlichen Ausdrucke auf uns; das war nicht Grimm, nicht Zorn, nicht Haß; fast hätte ich es Wohlwollen nennen mögen, Wohlwollen und Ehrerbietung, wenn es deutlicher zu sehen gewesen wäre; aber er bemühte sich, seine Gedanken und Gefühle zu verbergen. Um so deutlicher sahen wir, daß der Aerger und der Haß in Vupa Umugi kochten. Es tobte und kämpfte in seinem Innern, bis er hastig hervorstieß:

»Und wir sind auch fertig!«

»Und habt uns nichts mehr zu sagen?«

»Jetzt nicht.«

»Aber später?«

»Ich werde mit meinen Kriegern sprechen.«

»So thue es schnell, und versäume nicht die Zeit! Es könnte uns leicht die Geduld ausgehen!«

»Pshaw! Noch giebt es Rettungswege!«

»Keinen einzigen!«

»Mehrere!«

»Und wenn es hundert gäbe, es würde euch doch keiner etwas nützen. Wenn es nicht anders geht, brennen wir den Kaktus an.«

»Uff!« rief er erschrocken.

»Ja, das würden wir thun, wenn es kein anderes Mittel gäbe, euch gefüge zu machen.«

»Wollen Winnetou und Old Shatterhand Mordbrenner werden?«

»Laß derartige Fragen! Im Verhältnisse zu euch ist ein Mordbrenner noch ein sehr guter Mensch. Also sprich mit deinen Leuten, und laß es uns bald wissen, was ihr beschlossen habt!«

»Du wirst es erfahren.«

Bei diesen Worten drehte er sich und ging mit Apanatschka fort, lange nicht in der stolzen Haltung, in welcher er gekommen war. Auch wir gingen zu unsern Leuten zurück, welche neugierig waren, was wir durch die Unterredung mit den beiden Häuptlingen erreicht hatten.

Natürlich ließen wir die Comantschen von jetzt an nicht mehr aus den Augen. So unsinnig ein Angriff ihrerseits gewesen wäre, mußten wir doch auch mit dieser Möglichkeit rechnen und uns zur Abwehr bereit halten. Wir konnten nur die Vordern von ihnen sehen; was hinter diesen vorging, blieb uns verborgen. Ich holte deshalb mein Pferd und ritt so lange seitwärts hin, bis ich nicht mehr nur ihre Spitze, sondern ihre Seite vor mir hatte. Da sah ich, daß höchstens nur noch dreißig Comantschen da hielten, wo wir sie alle vermutet hatten; die andern waren fortgeritten, wieder tief in den Kaktus hinein. Ich kehrte um und meldete dies Winnetou.

»Sie wollen sich mit ihren Messern durch den Kaktus arbeiten,« sagte er.

»Dieser Ansicht bin ich auch. Es wird ihnen freilich nicht gelingen.«

»Nein. Der verdorrte Kaktus ist kieselhart, so daß ihre Messer sehr schnell stumpf werden.«

»Wir dürfen trotzdem keine Vorsicht versäumen. Ich werde noch einmal fortreiten, um sie zu beobachten.«

»Mein Bruder mag das thun; nötig aber ist es nicht.«

»Darf ich mit, Mr. Shatterhand?« fragte Parker.

»Meinetwegen.«

»Und ich auch?« erkundigte sich Hawley.

»Ja, sonst aber weiter niemand. Holt eure Pferde!«

Wir ritten südwärts, bis wo das Kaktusfeld nach Osten eine Krümmung machte, der wir folgten. Wir jagten wohl eine ganze Stunde in dieser Richtung weiter und kamen an eine sandige Bucht, die sich tief in den Kaktuswald hineinzog. Von ihr ließen wir uns führen, bis sie zu Ende war. Ich zog das Fernrohr aus und suchte mit ihm nach den Comantschen; ich entdeckte sie als winzig kleine Punkte weit oben im Norden. Was sie thaten, das konnte ich nicht sehen; aber jedenfalls waren sie bemüht, sich mit den Messern einen Weg zu bahnen – einen Weg durch dieses unabsehbare Stacheldickicht, eine Unmöglichkeit! Wir kehrten um, natürlich auf demselben Wege, auf dem wir gekommen waren.

Als wir die erwähnte Sandbucht verlassen hatten und wieder nach Westen einbiegen wollten, war es mir, als ob sich tief im Süden etwas über den Llano bewege. Ich richtete das Rohr dorthin und sah, daß ich mich nicht geirrt hatte; es waren Reiter. Jetzt konnte ich sie noch nicht zählen; nach einiger Zeit aber sah ich, daß es ihrer acht waren, welche vier Packpferde oder Maultiere bei sich hatten. Sie ritten nach Nordost und mußten also an der hinteren Seite des Kaktusfeldes vorüberkommen, an dessen vorderer Front unsere Apatschen hielten. Wenn sie die Comantschen sahen und ihnen behilflich waren, durch den Kaktus zu entkommen! Ich hielt dies zwar für eine Unmöglichkeit, hatte aber gar zu oft erfahren, daß durch einen kleinen Zufall die Unmöglichkeit zur Möglichkeit wird. Ich durfte sie ihren Weg nicht fortsetzen lassen, sondern mußte sie bestimmen, mit uns nach der andern Seite des Kaktus zu reiten, zumal ich jetzt bemerkte, daß vier von den acht Reitern Indianer waren.

Zu welchem Stamme gehörten sie? Das mußte ich erfahren. Wir ritten also so weit südlich, bis wir uns grad in ihrer Richtung befanden, und warteten dort. Sie hatten uns nun auch gesehen, hielten eine Weile an, um sich zu besprechen, und kamen dann auf uns zugeritten.

Unter ihnen gab es nur zwei, die mir in die Augen fielen, einer von den Weißen und einer von den Roten.

Dieser Indianer hatte eine Adlerfeder im Schopfe, was ihn als Häuptling erkennen ließ. Der Weiße war ein langer, hagerer Mensch, der zwischen fünfzig und sechzig Jahre zählte. Seine Kleidung war höchst phantastisch zusammengesetzt, halb Civil und halb militärisch, und sonderbarer Weise trug er einen langen Säbel an der Seite. Als sie uns so nahe gekommen waren, daß ich die Gesichter erkennen konnte, sah ich, daß dasjenige dieses Weißen nicht eben ein Vertrauen erweckendes war.

Sie hielten in einiger Entfernung von uns an; der Weiße machte eine nachlässige, beinahe herablassende Bewegung mit der Hand nach der Krempe seines Hutes und sagte:

»Good day, Boys! Was treibt ihr hier in der Mitte dieser verdammten Wüste, he?«

»Wir reiten ein wenig spazieren,« antwortete ich.

»Spazieren? Eigenartiges Vergnügen! Wenn ich nicht durch den Llano müßte, würde mich kein Mensch hierher bringen. Wer und was seid ihr denn eigentlich?«

»Boys sind wir.«

»Antwortet ordentlich, und treibt keinen Scherz!«

»Ihr habt uns Boys genannt, folglich werden wir wohl welche sein.«

»Unsinn! Habe keine Lust, auf solche Mucken einzugehen. Wenn man im wilden Llano jemand trifft, muß man unbedingt wissen, wer er ist.«

»Das ist richtig.«

»Schön! Ich habe euch getroffen, folglich – – – nun?«

»Wir haben euch auch getroffen, folglich – – – nun?«

»Hört, Ihr scheint ein sehr sonderbarer Kauz zu sein! Ich bin sonst nicht so willfährig, will aber heut einmal eine Ausnahme machen. Ihr seht mir doch wohl an, daß ich Offizier bin?«

»Möglich.«

»Habt Ihr einmal von dem berühmten Douglas gehört, General Douglas, wollte ich sagen?«

»Nein.«

»Was? Nicht?«

»Nein.«

»So seid Ihr in der Kriegsgeschichte der Vereinigten Staaten ganz und gar unbewandert!«

»Auch möglich.«

»Dieser General Douglas bin nämlich ich!«

Er warf sich bei diesen Worten gewaltig in Positur, was ein wirklicher General schwerlich thun würde.

»Schön! Freut mich, Sir!«

»Habe bei Bull-Run gekämpft.«

»Das macht Euch alle Ehre.«

»Bei Gettysburg, bei Harpers-Ferry, bei den Chattanoogabergen und in zwanzig andern Schlachten. Bin da stets Sieger gewesen. Glaubt Ihr das?«

Dabei schlug er an den Säbel, daß es nur so rasselte.

»Warum nicht?« antwortete ich.

»Well! Wollte es Euch auch geraten haben! Jetzt reite ich durch den Llano. Diese Weißen sind meine Diener, und diese Indianer meine Führer; ihr Anführer ist Mba[47]47
  Wolf.


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, der Häuptling der Chickasaws.«

Ein Finger dieses Häuptlings war jedenfalls mehr wert als der ganze sogenannte General. Ich fragte ihn:

»Haben die Krieger der Chickasaws das Kriegsbeil gegen einen roten Stamm ausgegraben?«

»Nein,« antwortete er.

»Gegen die Apatschen nicht und auch gegen die Comantschen nicht?«

»Nein.«

»So steht Mba, dem Häuptlinge dieses friedlichen Stammes, eine große Ueberraschung bevor. Nämlich da oben jenseits des Kaktus befindet sich Winnetou, der Häuptling der Apatschen, mit vielen Kriegern, welche Vupa Umugi, den Häuptling der Comantschen, mit seinen Leuten eingeschlossen haben und gefangen nehmen wollen. Willst du das mit ansehen?«

»Ich reite hin!« antwortete er, indem seine Augen blitzten.

»Winnetou?« fragte der »General«. »Den muß ich sehen. Natürlich reiten wir hin! Und wer seid Ihr, Sir?«

»Ich gehöre zu Winnetou; man nennt mich Old Shatterhand.«

Da machte er große Augen, betrachtete mich mit einem ganz andern Blicke als bisher und sagte:

»Habe viel von Euch gehört, Sir. Freut mich, Euch kennen zu lernen. Hier meine Hand, die Hand eines siegreichen Generals!«

Ich gab ihm die meinige, sehr zufrieden damit, daß sie freiwillig mit uns ritten. Mba sagte kein Wort, doch sah ich es ihm an, daß er es für eine Ehre hielt, uns getroffen zu haben. Um so redseliger war Douglas. Er wollte alles mögliche über den gegenwärtigen Zusammenstoß der Apatschen mit den Comantschen wissen, und ich erteilte ihm grad so viel Auskunft, wie unumgänglich nötig war, denn er gefiel mir nicht; er hatte ein ausgesprochenes Gaunergesicht. Als er den Namen Old Surehand hörte, stutzte er so auffällig, daß zwischen ihm und dem Genannten unbedingt etwas vorliegen mußte. Ich nahm mir vor, ihn zu beobachten.

Als wir bei unsern Apatschen ankamen, wunderten sich diese nicht wenig, daß ich Gesellschaft mitbrachte, die ich mitten in der Wüste gefunden hatte und die auf einen solchen Ritt eingerichtet war, denn die Packpferde trugen volle Wasserschläuche. Ich nannte die Namen. Winnetou begrüßte Mba mit ernster Freundlichkeit, den General aber höchst zurückhaltend. Old Surehand sah den letzteren verwundert an; er war erstaunt über das Aeußere dieses Mannes, kannte ihn aber offenbar nicht im geringsten. Dagegen war das Auge des angeblichen Offiziers fast ängstlich forschend auf ihn gerichtet, und die Besorgnis schien sich erst zu legen, als er sah, daß Old Surehand ihn wie einen völlig Unbekannten behandelte. Dadurch befestigte sich meine Ueberzeugung, daß man sich vor diesem Manne in acht zu nehmen habe. Ich benutzte die nächste von ihm unbeachtete Gelegenheit, Old Surehand zu fragen:

»Kennt Ihr diesen Quasi-General, Sir?«

»Nein,« antwortete er.

»Ihr seid ihm noch nicht begegnet?« »Nein. Ich sehe ihn heut zum erstenmal.« »Besinnt Euch, ob es wirklich so ist!«

»Ich brauche mich nicht zu besinnen; es ist wirklich so. Aber warum fragt Ihr mich in dieser Weise, Sir?«

»Weil er in irgend einer Beziehung zu Euch zu stehen scheint.«

»Wieso?«

»Er erschrak, als ich ihm Euern Namen nannte.«

»Jedenfalls Täuschung!«

»Nein; ich habe es deutlich gesehen. Und vorhin hat er Euch geradezu ängstlich betrachtet.«

»Wirklich?«

»Ja. Es war ganz deutlich zu sehen, daß er ganz gespannt darauf war, ob Ihr Euch seiner erinnern würdet.«

»Hm! Ich kenne Eure scharfen Augen, Mr. Shatterhand; in diesem Falle aber haben sie Euch irregeführt. Ich habe mit diesem Douglas nichts zu schaffen.«

»Er aber desto mehr mit Euch, wie es scheint. Ich werde ihn weiter beobachten.«

»Thut das, Sir! Ihr werdet sehen, daß ich recht habe.«

Die Sonne brannte glühend heiß hernieder; der Mittag kam und verging, ohne daß uns von den Comantschen eine Antwort wurde. Dann aber bemerkten wir eine Bewegung unter ihnen, welche uns verriet, daß sie jetzt wieder voll beisammen waren. Vupa Umugi hatte eingesehen, daß es unmöglich war, einen Weg durch den Kaktus zu bahnen, und war zurückgekehrt. Es blieb ihm nun nichts weiter übrig, als eine zweite Unterredung anzubahnen. Wirklich sahen wir auch bald einen Comantschen kommen, welcher uns von weitem zurief, daß die beiden Häuptlinge noch einmal mit uns sprechen wollten. Wir gaben eine zustimmende Antwort und gingen nach der Stelle, an welcher die erste Besprechung stattgefunden hatte. Vorher aber nahm ich aus der Satteltasche die Medizinen, die ich aus dem »Thale der Hasen« mitgebracht hatte. Ich steckte sie unter den zugeknöpften Jagdrock, so daß sie nicht zu sehen waren.

Wir hatten uns kaum niedergesetzt, als Vupa Umugi mit Apanatschka kam. Sie nahmen ihre früheren Plätze uns gegenüber wieder ein und bemühten sich, so unbefangen wie möglich zu erscheinen, doch war es gar nicht zu verkennen, daß sie voller Sorge waren. Trotzdem war das Auge Apanatschkas nicht unfreundlich auf uns gerichtet, während in demjenigen des alten Häuptlings das Feuer des Hasses brannte.

Dieses Mal vermied es Vupa Umugi, uns lange warten zu lassen. Er begann ganz kurze Zeit, nachdem er sich niedergesetzt hatte:

»Ist Old Shatterhand noch derselben Meinung, wie er vorhin war?«

»Ja,« antwortete ich.

»Ich habe mit meinen Kriegern gesprochen und bin gekommen, ihm einen Vorschlag zu machen.«

»Ich werde ihn hören.«

»Wir werden die Kriegsbeile begraben und mit euch die Pfeife des Friedens rauchen.«

»Schön! Ich sehe, daß du Verstand annimmst. Dieser Verstand wird dir aber sagen, daß wir deinen Vorschlag nur unter gewissen Bedingungen annehmen können.«

»Uff! Ihr wollt Bedingungen machen?«

»Natürlich!«

»Die giebt es nicht!«

»Die giebt es gar wohl! Oder glaubst du, daß nach allem, was geschehen ist und was in eurer Absicht lag, du nur zu sagen brauchst, daß du uns den Frieden bietest, um wie ein Sieger abziehen zu können? Das ist ein so freches Ansinnen, daß ich am liebsten unsern Kriegern befehlen möchte, die deinigen sofort niederzuschießen. Ich thue es auch, sobald du mir noch einmal mit einer solchen Dummheit kommst. Nimm dich in acht!«

Ich hatte das in so erhobenem und strengem Tone gesagt, daß er verlegen die Augen senkte. Dann fragte er in einem viel weniger zuversichtlichen Tone:

»Was verlangt ihr, um uns ziehen zu lassen?«

»Was ich schon gesagt habe. Wir schenken euch die Freiheit und das Leben, nehmen uns aber eure Pferde und Gewehre. Die andern Waffen könnt ihr behalten.«

»Darauf kann ich nicht eingehen!«

»Gut, so sind wir fertig, und der Kampf mag beginnen!«

Ich machte Miene, aufzustehen; da forderte er mich rasch auf. »Halt, bleib noch hier! Bist du wirklich so sicher und überzeugt, daß wir unterliegen?«

»Vollständig.«

»Wir werden uns wehren!«

»Das hilft euch nichts. Wir wissen, was geschehen wird, und du kannst dich auch nicht selbst darüber täuschen, daß im Falle des Kampfes keiner von euch leben bliebe.«

»Aber von euch würden auch sehr viele fallen!«

»Schwerlich! Mein Zaubergewehr reicht ganz allein aus, euch alle von uns fern zu halten. Es trägt seine Kugeln so weit, daß die eurigen uns gar nicht erreichen können.«

»Denke an Old Wabble, den wir bei uns haben!«

»Ich denke an ihn.«

»Er wird der erste sein, welcher stirbt!«

»Aber nicht der letzte; ihr werdet ihm folgen. Wenn sein Blut fließt, habt ihr keine Gnade zu erwarten.«

»Uff! Old Shatterhand glaubt, es mit Vupa Umugi grad so wie mit Nale-Masiuv machen zu können!«

»Ja, das denke ich.«

»Du hast seine Medizin gehabt und ihn also gewinnen können.«

»Habe ich dir nicht gesagt, daß ich die deinigen auch holen werde?«

»Das hast du gesagt; aber du bekommst sie nicht.«

»Pshaw! Nichts ist leichter, als sie zu holen. Ich weiß, wo du sie gelassen hast.«

»Wo?«

»Im Kaam-kulano.«

»Uff!«

»Sie hängen vor deinem Zelte, in dessen Nähe das Zelt steht, in welchem der gefangene Neger angebunden ist.«

»Uff! Von wem hat das Old Shatterhand erfahren?«

»Ich habe es nicht nur erfahren, sondern mit diesen meinen Augen gesehen. Paß auf, was ich jetzt thue!«

Ich stand auf, zog das Messer und sammelte mit demselben einen Haufen branddürren Kaktus; dann wendete ich mich wieder zu Vupa Umugi:

»Ich bin von dem Altschese-tschi nach dem Kaam-kulano geritten.«

»Uff!«

»Und habe von dort dreierlei mitgebracht.«

»Was?«

»Den Neger – – —«

»Das ist nicht wahr!«

»Dein junges Lieblingspferd – – —«

»Das glaube ich nicht!«

»Und deine Medizinen.«

»Das ist eine Lüge – eine große, große Lüge!«

»Old Shatterhand lügt nicht. Schau her!«

Ich öffnete meinen Jagdrock, zog die Medizinen hervor und legte sie auf den dürren Haufen. Als der Häuptling sie erblickte, schienen seine Augen aus ihren Höhlen treten zu wollen; seine Muskeln spannten sich an, und ich sah, daß er im nächsten Augenblicke aufspringen würde, um nach den Medizinen zu greifen; ich griff schnell zum Revolver, hielt ihm denselben entgegen und drohte:

»Halt, bleib sitzen! Ich habe dir Sicherheit und freie Rückkehr versprochen und werde mein Wort halten; aber diese Medizinen gehören jetzt mir, und sobald du Miene machst, dich an ihnen zu vergreifen, erschieße ich dich!«

Er sank kraftlos zusammen und stöhnte:

»Es – sind – – meine – – – Medizinen – – – wirklich – – —meine Medizinen!«

»Ja, sie sind es, und du erkennst jetzt abermals, daß Old Shatterhand stets weiß, was er sagt. Ich gab dir mein Wort, dich genau so wie Nale-Masiuv zu behandeln. Sag schnell, werdet ihr euch unter den Bedingungen, die ich dir mitgeteilt habe ergeben?«

»Nein – – – das – – – thun wir – – – nicht!«

»So werde ich zunächst jetzt deine Medizinen verbrennen; später nehme ich dir die Skalplocke, und dann wirst du aufgehängt. Howgh!«

Ich nahm ein Zündholz aus der Tasche, strich es vor und hielt es an den Kaktus, der gleich zu brennen begann.

»Halt! Meine Medizinen, meine Medizinen!« brüllte der Häuptling in größter Angst. »Wir ergeben uns; wir ergeben uns!«

Weil ich ihm den Revolver noch immer entgegenhielt, getraute er sich trotz seiner Aufregung nicht, seinen Platz zu verlassen. Ich löschte das Feuer aus und erklärte in meinem ernstesten Tone, indem ich ein zweites Zündholz nahm:

»Höre, was ich dir jetzt sage! Ich habe das Feuer getötet, weil du versprichst, dich zu ergeben. Laß dir ja nicht beikommen, dieses Versprechen nicht zu halten! Bei der geringsten Weigerung von deiner Seite zünde ich das Feuer wieder an, und dann verlöscht es nicht eher, als bis die Medizinen vollständig verbrannt sind. Diese Worte gelten so, als ob ich sie mit der Pfeife des Schwures bekräftigt hätte!«

»Wir ergeben uns; wir ergeben uns!« versicherte er, vor Angst beinahe zitternd.

»Bekomme ich da meine Medizinen wieder?«

»Ja.«

»Wann?«

»In dem Augenblicke, in welchem wir euch die Freiheit wiedergeben, eher nicht. Wir werden sie bis dahin sehr gut aufbewahren, sie aber sofort vernichten, wenn ihr einen Versuch, euch zu befreien, macht. Ich verlange folgendes von dir: Du bleibst jetzt gleich hier bei uns, lieferst deine Waffen ab und wirst gebunden. Gehst du darauf ein?«

»Ich muß; ich muß, weil du meine Medizinen hast!«

»Apanatschka kehrt zu euern Kriegern zurück und teilt ihnen mit, was du beschlossen hast. Sie legen da, wo sie jetzt sind, alle ihre Waffen ab, lassen sie dort liegen und kommen dann einzeln zu uns, um so wie du gebunden zu werden. Werden sie das thun?«

»Sie thun es, denn die Medizinen ihres Häuptlings sind ihnen grad so heilig wie ihre eigenen.«

»Wohl! Sie werden durstig sein und Wasser bekommen; dann werden wir nach und nach auch ihre Pferde tränken und diesen Ort verlassen, um dahin zu gehen, wo mehr Wasser ist. Wenn ihr gehorsam seid und euch gut verhaltet, ist es nicht unmöglich, daß wir von unserer Strenge weichen und euch oder wenigstens einer Anzahl von euch die Pferde oder die Gewehre lassen. Du hörst, daß ich gegen dich gütiger bin, als ich gegen Nale-Masiuv war. Bist du einverstanden?«

»Ja. Ich muß mich doch fügen, um meine Medizinen und mit ihnen meine Seele zu retten!«

»So mag Apanatschka jetzt gehen. Ich gebe ihm die Zeit von dem vierten Teile einer Stunde. Wenn dann die Krieger der Comantschen nicht einer nach dem andern waffenlos bei uns erscheinen, werden deine Medizinen verbrannt!«

Der junge Häuptling stand auf, trat mir einen Schritt näher und sagte:

»Ich habe viel von Old Shatterhand gehört. Er ist das größeste aller Bleichgesichter, und niemand kann seiner Stärke und seiner Klugheit widerstehen; das haben wir auch heut erfahren. Apanatschka war sein Feind, freut sich aber sehr, ihn kennen gelernt zu haben, und wird, wenn er leben bleibt, von jetzt an stets sein Freund und Bruder sein!«

»Leben bleiben? Das Leben ist dir ja geschenkt!«

Da richtete er sich hoch und stolz auf und antwortete:

»Apanatschka ist weder ein Kind noch ein altes Weib, sondern ein Krieger; er läßt sich das Leben nicht schenken!«

»Was meinst du mit diesen Worten? Was beabsichtigst du? Was willst du thun?«

»Das wirst du nicht jetzt, sondern später erfahren.«

»Willst du uns Widerstand leisten?«

»Nein. Ich bin dein Gefangener wie alle Krieger der Comantschen und werde weder widerstreben noch zu fliehen suchen; aber Old Shatterhand und Winnetou sollen niemals von mir sagen, daß ich mein Leben der Angst um die Medizinen eines andern Häuptlings zu verdanken habe. Apanatschka weiß, was er sich und seinem Namen schuldig ist!«

Er drehte sich um und schritt stolz von dannen.

»Uff!« erklang es von den Lippen Winnetous.

Das war ein Ausruf der Anerkennung, ja, der Bewunderung. Wenn der schweigsame Apatsche sich zu einem solchen hinreißen ließ, so konnte die Veranlassung dazu keine gewöhnliche sein. Auch meine Augen waren gefangen, dem wackern, jungen Krieger zu folgen, der mich gleich bei dem ersten Blicke angezogen hatte und nun durch sein Verhalten bewies, daß er in Beziehung auf seine Gesinnung weit über seinesgleichen emporragte; denn was er beabsichtigte, das ahnte ich und das ahnte auch Winnetou.

Jetzt stand auch Vupa Umugi auf, langsam und mühsam, als ob eine Last ihn niederdrücken wolle. Und der Vorwurf, den er sich machen mußte, daß er, der oberste Kriegshäuptling der Naiini-Comantschen, gezwungen war, sich seinen Feinden, die er verderben wollte, ohne jede Gegenwehr zu ergeben, war auch eine Last, eine große und schwere Last für ihn, deren er vielleicht im ganzen Leben nicht wieder ledig wurde. Er schritt fast wankend zwischen uns her, als wir zu unsern Leuten zurückkehrten, nachdem ich die Medizinen wieder an mich genommen hatte. Dort ließ er sich willig fesseln und auf die Erde legen.

Natürlich war Old Surehand der erste, dem wir das Ergebnis unserer Verhandlung mitteilten. Dann nahm mich gleich der »General« in Beschlag, der gehört hatte, was ich Old Surehand sagte, und mir Lobeserhebungen machen wollte, die ich kalt zurückwies. Dabei ruhten seine Augen gierig auf meinen Gewehren, was ich jetzt leider nicht beachtete, woran ich aber später anders, als mir lieb war, erinnert wurde. Dann sagte er in gedämpftem Tone:


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